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Grüße eines Lok-Sportlers aus Italien

16. 03. 2020

Zur Unterhaltung aller, die gerade schulfrei haben oder sich wegen des fehlenden Trainings zuhause langweilen, berichte ich hier aus der Corona-Hochburg Italien. Seit vier Wochen lebe ich in Florenz und werde hier für ein Semester in meinem Studium bleiben, also ein knappes halbes Jahr.

Da ich unmöglich für eine derart lange Zeit auf Chlorwasser verzichten kann (und das Meer zu weit weg ist), habe ich mich bereits vor meiner Ankunft auf die Suche nach einem Schwimmverein in Florenz begeben. Allerdings hat dies eine Weile gedauert. Es gibt hier keinen Verein, der Schwimmen, Wasserball und weitere Aktivitäten als Komplettpaket zur Verfügung stellt. Ich habe im Netz mehrere Vereine und Schwimmhallen in Florenz gefunden. Auf E-Mail-Anfragen bekam ich jedoch erst einmal gar keine Antworten, auch auf den jeweiligen Internetseiten fand ich nur wenige Informationen. Eine so aktuelle Homepage wie der SV Lok hat eben auch nicht jeder.

Ich musste also fast alles vor Ort erfragen. In einer Schwimmhalle, wo ich mich erkundigt habe, dürfen Erwachsene abends für 7 Euro (pro Einheit!) ca. 45-60 Minuten unter Anleitung schwimmen, aber eine richtige Trainingsgruppe (wie unsere Masters) schien das irgendwie nicht zu sein. Bei dem Florentiner Leistungssportverein, wo sogar international startende Schwimmer und Erstligawasserballer trainieren, durfte ich meine Schwimmkünste in einem Probetraining zur Schau stellen. Es hätte dort sogar eine passende Gruppe für mich gegeben (die trainieren 5-mal pro Woche nachmittags für jeweils 2 Stunden), aber ich will es in meinem Auslandssemester ja nicht gleich mit dem Pensum übertreiben ;)

Letztendlich bin ich bei einem Amateur-Wasserballverein gelandet, wo ich dreimal pro Woche anderthalb Stunden trainieren und mitspielen kann. Zu einem Preis von 60 Euro pro Monat (!), das ist für italienische Verhältnisse aber noch vergleichsweise wenig. Da wird einem erst bewusst, wie günstig man in Deutschland in Sportvereinen aktiv sein kann. Das Engagement der vielen Ehrenamtlichen, die sich in ihrer Freizeit an den Beckenrand stellen oder andere Aufgaben übernehmen, gibt es fast nur in Deutschland, in anderen Ländern wie Italien nicht.

Wegen Epidemie-Gründen ist nun ja aber seit über einer Woche allerdings schon Hausarrest für ganz Italien angesagt. Schwimmhallen und Sportanlagen sind geschlossen, ebenso fast alle Geschäfte (ausgenommen sind Supermärkte, Tankstellen, Apotheken, Post und Banken). Dementsprechend halte ich mich mit (fast täglichem) Athletiktraining in den eigenen vier Wänden fit, Joggen gehen ist auch noch erlaubt. Mir wurden von meinen früheren Trainern so viele Athletik-, Kraft-, Körperspannungs-, Lockerungs- und Dehnungsübungen vermittelt, dass es (zumindest in dieser Hinsicht) nicht langweilig werden kann ;) Trotzdem hoffe ich natürlich, dass in ein paar Wochen die gesellschaftlichen Einschränkungen reduziert werden und allmählich Normalität zurückkehrt.

Nun ist in Deutschland eine größtenteils identische Entwicklung - nur zeitversetzt - zu beobachten. Daher wünsche ich auch allen in Deutschland viel Gesundheit und Durchhaltevermögen. Nutzt die Zeit auch ohne Schwimmhalle :)

Viele Grüße sendet Jörn Herzog

oder auch: der differenzierende Doktorfisch (wie ich im Freizeitlager 2016 getauft wurde)

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Grüße eines Lok-Sportlers aus Italien

Nächster Termin

Frohe Ostern !

 

Osterbild von Frieda Tempel

 

Danke an Frieda Tempel

für das schöne Osterbild

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